Alles Sätze mit gehen, die nicht wirklich etwas damit zu tun haben, dass da einer ist, der geht. Dabei gehen wir doch irgendwo alle unseren Weg. Mit diesen Sätzen meinen wir dann, dass andere mitverantwortlich sind dafür, wohin der Weg uns bis jetzt geführt hat. Es wäre einfacher das Gehen als etwas zu sehen, was sich alleine tut, was einfach passiert, ohne unser Zutun, der Körper geht und wir können ihn durch die Augen zum sehen nutzen, auf unseren Weg. Der Weg führt uns immer wieder an der gleichen Stelle vorbei, wenn wir es noch nicht gesehen, wahrgenommen haben, was er uns zeigen will, was gezeigt werden soll.
Nun habe ich vor Weihnachten das komplette Buch nochmal korrigiert und, nachdem ich bei Tchibo nun für BoD bezahlt habe, ist es jetzt raus. Wenn nicht schon heute, wird es die Tage bei amazon.de zu kaufen sein. Eigentlich finde ich es zu teuer, immerhin 17,95 Euro, leider sind die Herstellungskosten so hoch - leider! Ich habe dabei zwar keinen Verdienst, das ist mir aber auch nicht wichtig.
Nun war heute morgen besagter Zahnarzttermin, pünktlich war ich da, das Wartezimmer bis auf den letzten Platz besetzt und …. nichts zu lesen da. Das sprach ich dann auch laut aus und ein Mann gab mir daraufhin etwas aus seiner Tasche mit den Worten: “Vielleicht möchten sie das ja mal lesen, vielleicht interessiert sie das!” Na ja, dachte ich, besser als nichts. Ich nahm die Zeitschrift und dachte mir, nachdem ich auf den Titel geschaut hatte, der da lautete “Regenwaldreport” oder so ähnlich, ein Ökofreak. Ich sah mir den Mann unbemerkt von ihm etwas genauer an und registrierte: Fahrradtasche, Jeans, Wollpollover, Schnürschuhe - Bestätigung Ökofreak. Ich blätterte die Zeitung nur so durch, war nicht viel, dort war von Tierversuchen mit Affen die Rede, von Mißhandlungen an Frauen und Kindern und der Zerstörung des Regenwaldes. Auf der letzten Seite war dann noch ein Aufruf zu Spenden - typisch! Ich gab ihm seine Zeitschrift wieder, bedankte mich noch mal und sagte nur, “tja, nicht viel Bilder drin zum anschauen und soviel lese ich ja nicht.” Darauf er, “das habe ich nicht anders erwartet.” Das passt ja mal wieder, wollte ihn ja auch nicht enttäuschen. Kurz darauf wurde er ins Behandlungszimmer gerufen.
Als er wieder rauskam, holte er nur noch seine Regenjacke aus dem Wartezimmer, sagte brav “auf Wiedersehn” (Ob ich den noch mal wieder sehe?) und ging dann fertig angezogen zur Toilette, d.h. er öffnete die Tür und ging einen Schritt rein und dann wieder raus. Komisch, muss wohl doch nicht, oder , hat es sich anders überlegt, ging mir durch den Kopf. Dann öffnete er auf einmal eine Seite des Spiegelschranks neben der Klotür. Und jetzt verstand ich, er suchte den Ausgang. Ich musste so lachen, mir kamen die Tränen und unter denen sagte ich dann auch “der sucht den Ausgang, lach, und geht dabei aufs, lach, Klo und in den , lach, Schrank, lach, lach, lach …..” Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Die verbleibenden Leute im Wartezimmer grinsten.
Irgendwann war ich dann an der Reihe. Mein Zahnarzt und ich besprachen die ganze Zahnangelegenheit und haben uns entschieden, erstmal keinen Stift einzusetzen und den anderen Eckzahn nochmal mit einem speziellen Härtemittel zu blombieren und abzuwarten. Er wollte sich auch mit seinem Kollegen absprechen, der mit in der Praxis ist und sich dann eventuell noch mal melden. Ansonsten soll ich wieder kommen, wenn was passiert oder zur nächsten Vorsorge. Die Unterlagen von der Krankenkasse behielt er erstmal.
Danach ging ich noch auf den Markt. Ich stellte mich in die Schlange am Geflügelstand, dort war es nicht sehr windgeschützt. Es pustete und mir wurde kalt, und ich sagte “brrr, ist das hier zugig:” Daraufhin drehte sich ein Mann um, ich blickte in ein schwarzes Gesicht und erwartete jetzt gebrochenes Deutsch, aber nein, “da muss man sich nur richtig anziehen. Aber bei diesem Wetter ziehe ich auch keine winddichte Hose an.” Ich erwiderte, “ich denke, ich habe mich richtig angezogen, nur für diesen Windkanal, in dem ich mich grad befinde, ist ja nur einen Moment, muss ich mich ja nicht gleich dementsprechend anziehen.” Wir sprachen dann noch einige Zeit über Kleidung und so, und ich musste grinsen, weil er so einwandfrei deutsch sprach, m.E. ist er hier geboren. Also von dem hätte ich gerne die Telefonnummer gehabt. Das, was er sagte und wie er es sagte, gefiel mir einfach. Leider war er dann an der Reihe und ich dann auch, und ehe ich mich versah, war er verschwunden.
Dann spricht mich heute nachmittag meine Tochter an, dass sie im Internet bei Tchibo gefunden hat, dass die für 39 Euro das selbstgeschriebene Buch rausbringen, als BoD (Book on Demand) und auch ein Exemplar davon einem zuschicken mit ISBN. Oh, mein Gott, was willst du mir damit sagen. Soll ich das Buch jetzt doch verlegen, unkorrigiert, oder soll ich es selbst noch mal durchlesen und bearbeiten? Ich denke, was ich aber nicht will, - oh, Ego, steh mir nicht im Weg! - ich muss es selbst noch einmal korrigieren. Da schlafe ich erstmal eine Nacht drüber.