Archiv für März, 2008

Erinnerungen
27. März 2008

Heute war meine Schwester bei mir, nachdem sie sich gestern angekündigt hat.

Nun muss ich dazu sagen, dass ich im gleichen Block wohne, wo wir als Kinder aufgewachsen sind und 16 Jahre unseres Lebens verbracht haben, wir Mädchen, vier an der Zahl, sind alle im gleichen Jahr hier ausgezogen.

So gab es viele Erinnerungen:

Der Spielplatz vor dem Haus mit der Mauer, wo wir immer von Mauervorsprung zu Mauervorsprung kletterten, das Klettergerüst, wo wir immer Schweinebummeln gemacht haben. Dann das große Holztor vom Kleingartengebiet, auf das wir uns stellten und einen dazu verdonnerten, der uns damit hin und herschwenken musste, - leider ging das nicht mehr, weil am unteren Teil des Tores ein schwer steuerbares Rad inzwischen montiert wurde. Dann der Vahrer See und die Berliner Freiheit, so verändert. Dann das große Aoltohochhaus, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

So ist A. auch ganz alleine mit der alten Buslinie hierhergekommen, ich durfte sie nicht abholen von der Haltestelle, weil sie ihren alten Schulweg abfahren wollte, den sie über 10 Jahre gefahren ist. Wir haben viel gelacht, meine Schwester war sehr gelöst und wir sagten, Papa freut sich, uns so zu sehen. Wir sprachen dann auch so mit ihm, als wenn er anwesend wäre.

Außerdem hat die ganze Zeit die Sonne vom Himmel gelacht, als wollte sie es uns gleichtun. Wirklich ein wunderschöner Tag voller Erinnerungen.

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Viele Tränen
26. März 2008

Gestern war die Urnenbeisetzung meines Vaters. Meine Schwester A. hatte mich um Begleitung gebeten und Schwester P. wollte dann auch mit. Meine Tante und mein Onkel sowie ein Freund waren auch noch gekommen. Obwohl alles ja sehr schlicht und einfach war, so ganz ohne Pastor, war es doch sehr emotional, besonders A. weinte sehr. Ich freute mich, dass mein Vater nun endlich seine letzte Ruhe gefunden hat.

Hinterher sind wir dann noch zu unserer Mutter gefahren, nur wir drei, A. hatte sehr große Angst vor diesem Moment. Mama erkannte sie auch nicht, ich weiß auch nicht, ob sie es wirklich wahrgenommen hat, dass ihre verlorengegangene Tochter bei ihr war. Sie bekommt wahrscheinlich das Bild vom Telefon und von den Briefen nicht mit dem Bild von der Frau zusammen, die ihr da gegenüber saß und die sie nur in Nonnenkleidung kannte. Aber nicht nur dieses brachte meine Schwester aus der Fassung, sondern auch die Tatsache, dass meine Mutter körperlich so abgebaut hat. So hat sie sie die ganze Zeit nur durch einen Tränenschleier erlebt. Wir sind dann nach einer Stunde wieder gegangen um Mama nicht zu überfordern, zumal dann auch schon der Pflegedienst kam um sie für den Abend fertig zu machen.

Da A. am Freitag wieder fahren will, wird sie wohl nicht mehr zu Mama fahren, eventuell wollte sie mich noch besuchen. Mal schaun.

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Träume heute nacht
20. März 2008

Ich kam auf dem Bahnhof an, schob mein Fahrrad und stellte fest, es war nicht ganz in Ordnung, der Lenker in zwei Teilen, musste befestigt werden. Ich traf auf einen Menschen, so Butler-Typ, der mich fragte, “Was kann ich für Sie tun?” Ich sagte ihm, ich hätte einen langen schweren Weg hinter mir und müsste jetzt nur noch nachhause radeln, was aber ganz leicht werden würde, nur mein Lenker wäre lose und die Schrauben müssten angezogen werden, ob er vielleicht Werkzeug hätte. Er bejahte, nahm mir das Fahrrad ab und gab mir ein Tuch, weil ich damit durch mein Gesicht wischen sollte. Warum, wusste ich nicht, tat es aber. Dann kamen Menschen vorbei, sahen mich an und sagten, ich hätte Blut im Gesicht. Ich fragte den Butler-Typen, warum er mir das nicht gesagt hätte, er meinte, es wäre nicht wichtig für mich und er wollte mich nicht beunruhigen. So wollte ich in einen Waschraum, den fand ich dann auch, dort war ein Spiegel und dort sah ich ein Gesicht, ganz zart, sehr hell, jung, kurze lockige Haare, goldfarben wie ein Engel. Ich fühlte mich sehr schön. Das Blut im Gesicht war nur noch wenig und fiel schon gar nicht mehr auf, ich wusch es kurz ab. Dann trat ich nach draußen und landete in einer Bahnhofshalle, wo meine große Verwandtschaft versammelt war, vor allen Dingen meine Tanten und Onkels und meine Großeltern , beide Seiten, und meine Eltern. Ich war das einzige Kind dort und wusste als einzige, dass meine Großeltern und mein Vater alle tot waren und nur eine Illusion waren. Ich nahm die Hände meiner Oma mütterlicherseits und sagte, schau mir in die Augen, ich weiß es. Sie tat es, nickte ….

und ich wachte auf.

2. Teil

Ich war wieder in der Bahnhofshalle mit allen Verwandten wie oben, nur inzwischen war meine Schwester A. dazugekommen. Ich sagte zu ihr, lass uns Mama in die Mitte nehmen und mit ihr in Liebe verbunden sein. Sie nahm die linke Hand von ihr und ich ihre rechte. Dann gingen wir einen langen schwarzen Tunnel entlang. Am Ende des Tunnels sahen wir dann eine Metalltür, sie hatte ein sehr helles Licht auf dem Metall, es war aber nicht die ganz Tür ausgefüllt. Ich ließ meine Mutter los, meine Schwester tat es mir nach und ich sagte zu ihr, “geh Mama, A. und ich bleiben hier, du musst alleine weitergehen und die Tür öffnen. Dahinter wirst du etwas total schönes finden, sowas schönes, was du noch nie erlebt hast, es gibt nichts schöneres.” “Geh,” sagte auch meine Schwester. Sie ging bis kurz vor die Tür, kehrte dann aber um und sagte, wir sollten mitkommen, sie geht nicht alleine. Und ich sagte, “Mama, nein, du musst jetzt alleine gehen, unsere Zeit ist noch nicht gekommen, wir kommen später irgendwann nach, wir haben hier noch was zu erledigen.” Dann sah ich auf der Tür ein Schild, es war so ein Hinweisschild, mit einem Mann auf der Treppe, der einen Menschen trug. Ich sagte zu meiner Mutter, “Mama, du kannst dich auch tragen lassen, es geht auf eine Treppe und das ist beschwerlich für dich. Lass dich tragen, lass dir helfen, du bekommst alle Hilfe, die du brauchst. Du schaffst das.” Sie ging wieder auf die Tür zu ….

und ich wachte endgültig auf.

Ich wusste nun, dass ich vom Tod meiner Mutter geträumt hatte.

Nun muss ich sagen, das ich gestern mit meiner Schwester gesprochen habe und sie will zur Urnenbeisetzung meines Vaters kommen und bittet mich um seelischen Beistand. Ich wollte da eigentlich nicht hin, hatte es ihr aber angeboten, damit sie nicht alleine ist. Gleichzeitig wollte sie, wenn sie schon mal in Bremen ist, zu unserer Mutter und auch da braucht sie wieder mich an ihrer Seite, wie sie sagte, denn die beiden haben sich lange nicht gesehen und meine Mutter ist ihr böse, weil sie über 25 Jahren nicht mehr in Bremen war. Nun ist meine Schwester eine ehemalige Nonne aus Thuine. Sie nennt sich auch immer noch mit Schwesternnamen und so habe ich auch dafür gesorgt, dass sie eine Unterbringung im Gästehaus eines Klosters hier in Bremen bekommt, denn bei meiner Mutter kann sie nicht bleiben, das würde sie überfordern und bei mir oder meinem Bruder oder meiner Schwester will sie auch nicht übernachten.

Nun warte ich mal ab, was wird. Ich muss gleich zur Bank, das Konto meines Vaters auflösen und damit ist dann eigentlich auch alles abgeschlossen, was ihn betrifft.

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