Heute beim Frauenarzt:
“Bitte gehen sie nicht mit den Händen in dem Intimbereich! “- “Mache ich doch gar nicht!” - “Doch, lassen sie die Hände an der Seite liegen. Was meinen Sie, was hier passieren würde? Sie fassen nachher die Türklinke an, haben vielleicht AIDS und dann ….”- “Ich habe kein AIDS, gehe regelmäßig zum Blutspenden (Ich war über 1,5 Jahre nicht mehr da, aber braucht er ja nicht zu wissen!).” - “Ja, aber gut, ich habe meine Hygiene-Vorschriften. Das wird hier ständig kontrolliert. Das nimmt zu bei den Frauen, die fassen sich da unten immer häufiger an. ‘Schauen Sie mal da, her Doktor.’” Er macht die Beine breit, zeigt mit seinem Finger irgendwo dazwischen um es mir zu demonstrieren. “So geht das einfach nicht!”
Dann, “wie alt sind Sie?” - “51.” - “Ok, dann bekommen Sie bald einen Aufforderung zum Screening, Mammographie. Da können Sie dann hingehen, wenn Sie wollen. ” “Nee, will ich nicht. Das geht doch auch anders, habe ich gehört. Man kann sich von einer Blinden die Brust abtasten lassen, soll genauso gut sein, das würde ich machen.” - “Also nee, was Sie so für Vorstellungen haben. Machen Sie mal ihre Brust frei.” Ich will mein T-Shirt ausziehen. “Oh, mein Gott, doch nicht hier, da könnten die Leute vom Parkdeck reinschauen. Wir wollen doch nicht für öffentliches Ärgernis sorgen. Gehen Sie noch mal zurück hinter den Vorhang.” - “Och, mir wäre das egal.” Grins. “Das Brusttasten kann ich mir ja eigentlich schenken bei Ihnen, wenn sie sowieso nicht zur Mammographie gehen.” Schulterzucken, ist mir doch egal. Aber er macht es trotzdem.
Was soll ich dazu sagen?, - am besten nichts mehr.
Gestern an der Kasse bei Aldi:
Ich stelle mich an, sehe, dass an der übernächsten Kasse die Batterien sind, die ich noch brauche, packe meine Sachen aufs Band und laufe eben rüber. Zurück, steht mittlerweile ein älterer Mann an, schaut mich an wie …… weiß auch nicht, egal, ich laufe nochmal los und hole Clopapier, gleich auch ganz vorne, aber eben zwei Gänge weiter. Jetzt: “Das geht aber nicht so!” Ich sage nur: “Das geht schon. An dieser Kasse liegen keine Batterien, nur an der dahinter, die unbesetzt ist. Sie hätten aber ruhig vorgehen können.” Er schüttelt den Kopf. Erzählt dem Kassierer, was ich grad getan habe, Schande, und sagt “Ist das nicht bescheuert!” “Ach,” sage ich, “dann bin ich eben bescheuert, kann ich mit leben.”
Er, “solange es nicht weh tut.” “Nö, tut nicht weh.” Er weiter, “solange sie nicht schreien…” “Mache ich nicht,” grins.
Danach war ich still und sagte gar nichts mehr.
Gestern war ein sehr ereignisreicher Tag. Meine Tante aus Norwegen, eine Nonne aus dem Klarissenorden, kam mit dem Flieger wegen der Katholikentage hier in Bremen an und wollte eine kleine Stippvisite bei meiner Mutter machen. Sie hatte sich mit meinem Großcousin verabredet, der ihre Begleiterin, die nur englisch sprach, Bremen zeigen wollte. Nun hatten die sich aber beide irgendwie verfehlt und so bot ich mich an mit meinen mageren Schulenglisch, das zu tun. Meine Tante und Schwester Francis nahmen dieses dankend an, und so übte ich mich in Englisch und in der Hand-und-Fuß-Sprache. Es war ein lustiger Vormittag.
Abends rief ich dann meinen Großcousin an, erreichte ihn aber nicht, sondern erst heute morgen. Wir sprachen sehr lange miteinander und so erzählte ich ihm von meinem Buch, welches ja immer noch auf Korrektur wartend, bei mir in der Schublade liegt. Und ihr glaubt es nicht, er bot sich an, dies zu übernehmen, einfach aus Spaß und Freude, für null. Universum ich danke dir auch dafür. Obwohl bestellt hatte ich es nicht. Ich habe mich damit abgefunden, das es nicht passiert. Mal schauen, was er sagt. Vielleicht gibt er mir ja auch noch den einen oder anderen lektorischen Hinweis und so Gott es will, bringe ich es dann doch noch raus.