Archiv für Juni, 2008

Gott ist Liebe, die durch Frauke zu mir spricht:
30. Juni 2008

Diesen Kommentar hat Frauke mir geschrieben, ich finde ihn so schön, hilfreich und ich denke, es macht ihr nichts aus, wenn ich den hier aufnehme:

Liebe Martina,

ich weiß nicht, was du gerade erlebt hast und worauf es sich genau bezieht, was du schreibst, aber es erinnert mich an eine Phase, in der ich lange Zeit “Liebe” erfahren habe. Egal, was geschah, ich konnte auch nicht zurückschlagen, das war unmöglich. Ich konnte nur mit Liebe antworten, denn ich war Liebe. Und so hielt ich still, egal was geschah. Und weil ich das so gut kenne, und es eine so lange Zeit anhielt, hab ich gedacht, ich schreib dir was dazu, aber ich bin grad auch sehr zögernd damit, kann ja auch für dich ganz anders sein.

Mir ging es damals so, dass ich mein Ich eine Zeitlang gar nicht mehr spürte. Und es ging so weit, dass Schmerz, in welcher Form auch immer, eine zeitlang kaum noch spürbar war. Meistens konnte ich sehr schnell wieder lachen. Es kam mir so vor, als hätte sich das Ich aufgelöst. Einfach weg, alles wie ferngesteuert, Handlung geschah.

Ich konnte lange nicht sehen, dass es nichts weiter ist, als die subtilste Ich-Identifikation, in die sich das Ich/ das Denken scheinbar hineinbegeben kann. Man definiert sich über das Denken immer irgendwie als Mensch, da gibt es keinen Ausstieg draus. Erst das zu erkennen, brachte Leichtigkeit in alles hinein.

Ich könnte mir vorstellen, dass das der Grund ist, dass andere dich immer wieder angehen. Die sehen da eine Identifikation, die du nicht mehr siehst, und das erzeugt den Konflikt. Im Grunde nichts weiter als ein Hinweisen, dass du diese Identifikation für dich hinterfragst. Das Ich ist nicht weg, es hat sich aber damit identifiziert, dass es nicht mehr da ist, und über das “egal” bzw. “ich bin Liebe” hält es vieles von sich fern.

Ein Weg aus diesem Zustand heraus, war für mich u.a, allen Schmerz zuzulassen. Es ging auch irgendwann nicht mehr anders, denn es tat alles mehr und mehr weh, und ich konnte Schmerz nicht dauerhaft über die Definition “ich bin LIebe” fernhalten. Und so ließ ich zu, dass Schmerz nicht nur still gespürt wurde, sondern zum Ausdruck kam, indem ich Menschen sagte oder schrieb, wenn etwas weh tat. Darüber zu reden tat gut, von Herz zu Herz, sich dadurch näher zu kommen, nahe zu sein, und manchmal sieht man dann ja auch, dass manches gar nicht so gemeint ist.

Für mich war das damals ein ganz schwieriger Schritt, und sehr schmerzhaft, auch sehr desillusionierend, einfach noch weiter loszulassen, auch “Liebe” als Begriff für “das was ist” gehen zu lassen, noch mehr in die Haltslosigkeit hinein, und letztlich auch ein Schritt aus der Unberührbarkeit heraus ins Menschsein hinein, in die vollkommene Verletzbarkeit.

Bitte verzeih Martina, dass ich dir das schreibe, ich möchte dir auf keinen Fall weh tun, nur ein Hinweis. Vielleicht ist es hilfreich, aber vielleicht auch für dich ganz anders, dann lass gut sein. Mein Beitrag bedarf keiner Antwort, und falls du damit nichts anfangen kannst (ja, bin unsicher damit, wie das bei dir ankommt, aber kommt von Herzen), dann lösch ihn einfach aus deinem Blog heraus.

Ich wünsch dir Sonne im Herzen, hab einen schönen Tag heute,
und alles Liebe dir
von Frauke

Danke Frauke für diese Worte!

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Es ist nicht leicht ….
29. Juni 2008

… so zu sein, wie ich bin. Nein, wirklich nicht. Warum bin ich so gedacht, wie ich bin? Keine Antwort erwartend nur ein “Puh, anstrengend, heftig” manchmal ein “Ich will nicht” und jetzt gerade “Gott, warum ich?”

So halte ich immer wieder her für Menschen, die sich an mir “austoben” wollen, müssen oder wie auch immer, ob verbal oder emotional. In mir wird ein “Schuldiger” gesehen und gefunden. Und was mache ich, ich halte still. Soll ich mal aus mir heraus, zurückschlagen? Nein!

Ich lebe das alles, denke das alles, fühle das alles und doch kein Ich dahinter, dass das tut. Es klingt doch verrückt, zumal mir das ja auch keiner abnimmt. Abnimmt? Was denn abnimmt? Ach, egal, eben total irre.

Macht euch keine Sorgen um mich, ich lache schon wieder. Aber krass, wollte das nur mal zu Papier bringen, irgendwann vielleicht mal näheres oder auch nicht, weiß nicht.

Legt euch wieder hin, alles ok.

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Geburtstag im Krankenhaus
20. Juni 2008

Heute hat meine Mutter Geburtstag und muss diesen unerwarteterweise im Krankenhaus feiern. Sie hatte mal wieder wie so oft am 18.6. Darmbluten und so sorgte der Pflegedienst dafür, dass sie ins Krankenhaus gebracht wurde. Nach zwei Blutkonserven und jetzigen Stillstand der Blutungen geht es Mama wieder gut, sie muss jetzt nur noch etwas aufgepäppelt werden. Es ist jetzt das dritte Mal (”Dreimal ist Bremer recht!”, sagt man bei uns.), dass das passiert und die Ärzte vom Sterben reden, aber ich sehe noch sehr viel Leben in ihr.  Es wird wahrscheinlich so plötzlich und schnell geschehen, dass wir gar nicht vorbereitet sein werden - wie alles im Leben. Nichts ist zu beeinflussen, alles geschieht, ohne einen Plan.

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