“Man kann ein Problem nicht mit der Denkweise lösen, mit der man es erschaffen hat!”
Gestern hat jemand zu mir gesagt, er will den Schmerz spüren, das Leid haben, er will es gar nicht anders. Ich war überrascht und wiederum auch nicht, denn eigentlich ist es das, was alle tun, sie wollen leiden, denn sie halten fest an Krankheiten und an nicht passenden Partnern usw. Es gibt auch die Fraktion, die Leid und Schmerz verhindern wollen und alles dafür tun, damit ihnen nichts passiert, gesundheitlich, genauso wie im Bezug auf Menschen.
Ich war gestern seit über 30 Jahren das erste Mal wieder in einer katholischen Kirche zu einer katholischen Messe, in der Kirche, wo ich als Kind kommuniziert und gefirmt wurde. Ich saß da und spürte ein großes Unbehagen, Singen war nicht wirklich möglich, es kam keine Stimme raus. Diese ganzen “Glaubensbekenntnisse” konnte ich zwar noch auswendig, konnte sie aber nicht mitsprechen, es schien mir alles so “nicht mehr passend”. Außerdem hatte ich da das Gefühl, dass die Menschen um mich sich hier etwas aufdrück- ten, was sie glaubten, was gut für sie ist, aber ich meinte ihr Leid zu spüren. Ich bin dann während der Kommunion rausgegangen, hatte heute eine fürchterliche Nacht hinter mir, Brustbeklemmung, musste mehrmals auf die Toilette und mir war übel.
Zur Trauerfeier meines Vaters, ja auch in einer katholischen Kirche, da spürte ich kein Leid, nur wirkliche und echte Traurigkeit, aber auch irgendwie Freude und Erleichterung der Menschen, die für meinen Vater die Erlösung sahen.
Ich weiß nicht, ob ihr die neue Serie bei ProSieben kennt, die letzten Mittwoch mit einer zweistündigen Sendung am Abend als Einführung begann: “Eli Stone”. Es handelt sich dabei um einen Mann, der immer eine Musik hört, die wegweisend für ihn ist. Und er macht dann Dinge, die er eigentlich gar nicht unbedingt machen will. Er lässt sich aber immer mehr auf die Führung durch diese Musik und anderer Dinge ein. Irgendein Chinese sagt zu ihm dann, er sei ein Prophet.
Nun zu mir, das passiert mir ja auch ständig und heute war mal wieder so ein Tag, wo ich geführt wurde, dass ich jetzt schon gar nicht mehr weiß, wie ich soviele Dinge in ca. 5 Stunden packen konnte.
Eigentlich hatte ich heute morgen nur vor in die Stadt zu fahren, mir ein paar Dinge dort bei Saturn zu kaufen, die ich hier nicht bekam. Danach wollte ich meine Schwester noch vom Bahnhof abholen, weil sie ihren letzten Aufenthalt vor ihrem Umzug nach Bremen hat und hier noch einiges bezüglich ihrer neuen Wohnung regeln muss. Dafür hatte ich schon so ein BSAG-Ticket gekauft, wo wir beide am Wochenende zu zweit fahren können.
Es kam dann allerdings so, dass ich grad aus der Dusche kommend einen Anruf vom Heim meiner Mutter bekam, von wo sie betreut wird. Man teilte mir mit, dass meine Mutter gestürzt sei und im Krankenhaus wäre, wo man sie röntgen wollte. Wenn nichts gebrochen sei, würde sie wohl wieder nach Hause kommen. Ich zog mich an, dann telefonierte ich mit dem Krankenhaus. Da sagte man mir, dass sie gleich mit dem Liegetaxi wieder zurück fahren würde. Sie rieten mir zu ihr nachhause zu fahren und sie dort in Empfang zu nehmen. Das tat ich dann auch, vorher noch meine Schwester, die hier auch wohnt, informierend und meiner aus Münster kommenden Schwester zu sagen, sie solle, falls ich nicht am Bahnhof wäre, alleine fahren.
Als ich bei meiner Mutter ankam, stand das Taxi mit herausgelassener Rampe schon da, die Türen ihrer Wohnung waren weit offen und sie war gerade reingeschoben worden. Es passte mal wieder. Meine Mutter wollte auf die Toilette und bat mich, jemanden von der Pflege zu holen, da sie von mir keine Hilfe wollte. Also tat ich wie mir geheißen und wendete mich an die Frau, mit der ich telefoniert hatte. Ich sagte, meine Mutter könne nicht alleine in der Wohnung bleiben, denn für jeden Gang brauche sie Hilfe. Wir haben uns dann entschlossen, sie mit dem Rollstuhl tagsüber im Heim zu betreuen, die Mahlzeiten bekommt sie ja sowieso schon da, und abends nachhause zu bringen und sie dann dort bettfertig zu machen. Wenn sie nachts dann mal rausmüsse, müsse sie halt anrufen oder den Notruf bedienen, der über eine Aussenstation mit dem Heim verbunden ist. Montag werden wir dann weiter sehen. Meine Mutter hat Prellungen auf der gesamten rechten Seite und weigert sich strikt, sich zu bewegen und zu laufen, was sie eigentlich machen müsste, damit sie nicht noch unbeweglicher wird. Aber egal, soll sie mal machen, ist eben auch sehr schmerzhaft.
Danach bin ich noch zu einem Supermarkt 4 Haltestellen von meiner Ma entfernt gefahren, weil ich dort noch unbedingt ein Angebot nutzen wollte, dass ich bei unseren Supermarkt hier in der Nähe der gleichen Filiale nicht geschafft hatte. Hauptsächlich wegen des stürmisches Wetters, da fahre ich nicht so gerne Fahrrad.
Dann wollte ich hinterher in die Stadt und zum Bahnhof und stellte fest, dass die Bahn ab einem bestimmten Punkt durch Busse ersetzt wurde, da aufgrund von Bauarbeiten ein Tunnel gesperrt war. Das bedeutete, dass es zeitaufwendiger werden würde. Mittlerweile war es 12 Uhr und meine Schwester sollte um 13.50 Uhr am Bahnhof sein. Sollte ich den Überlandbus nehmen, der fuhr direkt zum Bahnhof über die Autobahn, würde aber erst in 25 Minuten fahren. Frage an das Universum wurde sofort beantwortet: “Ist egal!” Geil, solche Antworten liebe ich, grrr. Na ja, ich habe mich dann für die Bahn entschieden. Hätte ich den Bus genommen, wäre ich genauso schnell gewesen, aber ich hätte mich nicht mit allen Leuten in den Bus quetschen müssen. Wobei quetschen ist schon zu viel gesagt, ich hatte einen guten Sitzplatz am Fenster.
Die Zeit war zwar etwas knapp, also ich hatte noch ca. eine Stunde bis zur Zugeinfahrt, mein Magen knurrte, ich hatte Durst, aber ich wollte doch eben noch schnell zu Saturn. Gesagt, getan, das Universum leitete mich auf dem schnellsten Weg dorthin. Gleich am Eingang sprach mich ein Verkäufer an, ob er mir helfen könnte (meistens muss man sich danach suchend umschauen, bis man da jemanden findet). Es dauerte nicht lange und ich konnte zwei Dinge von meiner Liste streichen, für das dritte Teil schickte er mich eine Etage höher. Auch hier fand sich schnell ein Verkäufer, der mir sofort das noch fehlende Druckerkabel in der gewünschten Länge präsentierte. An der Kasse war es leer, so konnte ich gleich durchpreschen, zahlen und weg. Noch kurz zu meiner Bank Auszüge holen, ein Blick auf die Uhr, ich glaubte es nicht, noch mehr als eine halbe Stunde. Hat das Universum die Uhr langsamer gehen lassen? Da konnte ich eben noch für 2,50 Uhr gebratene Nudeln beim Chinesen essen, Pipi machen gehn und dann ….. Es blieb noch Zeit kurz bei der Drogerie reinzuschauen und mir Zahnpflegekaugummis zu kaufen, war mir grad nach, holt die Reste nach dem Esssen aus den Zahnzwischenräumen. Dann endlich auf dem Bahnsteig, keine 2 Minuten später fuhr der Zug ein, ein wenig zu früh laut Anzeige, egal.
Boah, das sind die Momente, wo ich immer wieder staune, wie alles so zusammen passt, da, wo ich sehe, ich brauche nichts tun, alles wird getan, ich brauche mich nur der Führung anvertrauen, wie Eli, wobei ich kein Prophet bin, denke ich mal- man weiß ja nie.