Archiv für Oktober, 2008

Ego erzeugt Leid!
30. Oktober 2008

Eine Erkenntnis, die ich heute nacht gemacht habe, meistens kommen mir solche Dinge nachts in den Kopf. Vielleicht ist Erkenntnis schon fast zuviel, es war mehr ein Gedanke. Wobei sich die Frage erst mal stellt. Was ist eigentlich ein Ego? Ein Ego stellt sich für mich als etwas dar, was einen Willen hat, das viele Dinge aus einem Willen heraus tut, etwas unbedingt erreichen zu wollen aus Lust, aus Frust, aber weniger aus Freude am Tun und im Frieden mit sich selber. So zieht Egoverhalten m.E. auch Verantwortung nach sich, man lädt Schuld auf sich. Nun kann das Ego eines anderen natürlich auch tätig werden, zurückschießen und Leid zufügen. Wenn man dem anderen seine Gefühle mitteilt, ihm zeigt, was wo wehgetan hat, ohne dem anderen eine böse Absicht zu unterstellen, ist ein Egoverhalten ausgeschlossen. So ist es m.E. auch ligitim, wenn jemand ständig sein Ego heraushängen lässt, verletzt um zu verletzen, dass ihm von kollektiver Seite Maßnahmen begegnen, wie z.B. Ausgrenzung, die ihm meistens nicht gefallen. Dafür werden dann sogenannte Regeln und Gesetze angewendet, die vorher aufgestellt und verabschiedet wurden. Eigentlich brauchen wir als Erwachte so was nicht, aber trotz aller Liebe zum Ego denke ich, ist es hilfreich und passt schon. Ich finde es allerdings übertrieben, immer noch nach neuen Gesetzen zu schreien, weil sie nicht wirklich vor den Schandtaten des Egos schützen.

Nun ist es natürlich nicht meine Aufgabe zu sagen, „da ist mal wieder dein Ego am Werk!“ Nur mein Ego ist wichtig und nur für dieses bin ich verantwortlich, alles andere ist Spekulation und hat nichts mit mir zu tun. So hilft es mir auch nicht. Ich kann meinem Gegenüber nur meine Wunden zeigen, von denen ich meine, er hat sie mir zugefügt, wenn es ihn nicht interessiert, muss ich damit leben. Ich überlege gerade, womit ich mich eigentlich noch so identifiziere und da fällt mir spontan ein, dass ich das wohl mit „Freude“ und „Traurigkeit“ tue. Das sind Gefühle, die ich wirklich lebe und zeige, wobei letzteres auch den Platz inzwischen von Wut und Angst einnimmt, überhaupt alle „negativ“ empfunden Emotionen. Mitgefühl z.B. ist etwas, was ich im herkömmlichen Sinne nicht mehr habe. Manchmal finde ich das ziemlich krass, wenn mein Gegenüber sehr traurig ist und ich so gar nichts da nachempfinden kann. Ich weiß nicht, ob ich das als Gefühlskälte bezeichnen soll oder ob das einen Erwachten ausmacht. Also wenn ja, dann ist es wirklich kein erstrebenswerter Zustand, oder!?

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Teure Zähne
25. Oktober 2008

Das schlimmste Verbrechen, was man wohl begehen kann, ist zu behaupten, man sei erleuchtet bzw. erwacht. Sicher ist es eigentlich unmöglich, dieses Wissen einer Person zuzuordnen, da es ja keine Identifikation gibt. Da aber das ganze irgendwie in Worte gepackt werden muss, um hier zu Papier gebracht zu werden, komme ich nicht umhin, das hier zu tun. Wenn ich also behaupte, ich sei erwacht und ich einen ebenfalls Erwachten bzw. einen Menschen mir gegenüber habe, der Bescheid weiß, bedarf es damit keiner weiteren Erklärungen mehr, denn wir wissen, wovon wir reden. Das macht die Sache einfacher für mich in diesem Fall. Bei anderen Menschen stoße ich dabei immer wieder auf Skepsis, sie finden es geradezu anmaßend, einige würden mich gerne in die Klappse stecken. So musste ich mir heute in einem Forum auf die Aussage von mir, ich hätte keine Fragen und Wünsche mehr, anhören: „Was das für ein Quatsch das sei, jeder würde doch so was haben.“ Tja, da überlege ich nun, was ich mir wirklich wünschen würde. Dass alle Menschen erwacht sind? Nein, das geht eh nicht von heute auf morgen, wäre vollkommen unsinnig, Erwachen wächst. Also dann lieber einen Batzen Geld und es mir richtig gut gehen lassen, das Geld würde ich auch immer bei mir tragen oder mir Immobilien kaufen, die ich dann vermieten würde und von den Mieten würde ich dann leben. Mehr wäre nicht drin aufgrund der herrschenden Finanzkrise. Lieber das Geld unter der Matratze als auf der Bank. Wahrscheinlich würde es noch großzügig verteilen an Familie und eventuell Menschen bei denen es sich gut anfühlt, z.B. einem Obdachlosen mal zum Kaffee einladen, habe ich schon hin und wieder getan.

Gestern wurde meine Zahnbehandlung vorerst abgeschlossen, d.h. ich habe jetzt eine Wurzelfüllung bekommen. Nun will aber der Arzt noch demnächst eine Krone mit einem Stift auf den Eckzahn setzen und seine Assistentin hat mir gesagt, das würde mich 250 Euro kosten. Ja, klasse, habe ich nicht. Da bin ja gespannt, was das Universum nun wieder für mich vorgesehen hat. Also ein Vollgebiss oben würde mich 400 Euro kosten. Eventuell würde die Krankenkasse die Kosten übernehmen, wenn ich als Härtefall anerkannt werde. Schauen wir mal, was möglich ist. Ich nehme es, wie es kommt.

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Wachrütteln
16. Oktober 2008

Jetzt habe ich meine Wurzelfüllung bekommen ganz ohne Spritze. Es hat zwar etwas gepiekt, ich konnte es aber aushalten. Grenzwertig! Wobei ich nicht weiß, wo meine Grenzen wirklich sind, ich denke mal, ich habe keine, das Universum setzt sie, wenn überhaupt. Grenzen gibt es ja nicht wirklich, alles vorhanden im großen Ganzen, nichts, was es nicht gibt, eben grenzenloser Reichtum.

Am Wochenende hatte ich versucht einen Freund zu erreichen, von dem ich schon lange nichts mehr gehört hatte. Ihr könnt es mir glauben oder nicht, ist mir egal, ich hatte das Gefühl, es ginge ihm nicht gut, er wäre im Krankenhaus. Nun bekomme ich gestern einen Anruf und genauso ist es gewesen. Er hatte Stiche in der Brust (Herz, natürlich!) und ist Freitag zum Arzt, der ihn dann prompt in die Klinik eingewiesen hatte. Dort stellte man eine Herzentzündung fest, ausgelöst durch eine verschleppte Virusinfektion. Nun ging es mir die letzten Tage auch nicht so gut, ich habe das auf die Zahnarztbehandlung letzte Woche geschoben. Gerade im Brustbereich und in der Atmung machte sich das bemerkbar und überraschenderweise geht es mir seit gestern wieder besser, so plötzlich und unerwartet. Ich dachte allerdings, der Ergotrainer wäre dafür verantwortlich, den ich ja jetzt täglich malträtiere. Wobei ich gestern eine kleine Radtour zu meiner Mama gemacht habe und somit das Rad Leerlauf hatte.

Worauf wollte ich hinaus? Ach ja, auf die Identifikation mit Krankheiten und Gefühlen. Die gibt es nämlich nicht. Mein Freund ist nicht seine Herzerkrankung, sondern die Herzerkrankung ist einfach da und berührt den einen oder anderen, überspült ihn wie eine Welle im Meer, die etwas Gift mit sich trägt oder auch Farbe. Ich benutze das Meer gerne als Ausdruck des großen Ganzen, in dem alles vorhanden ist und nichts auszumachen ist, indem Auflösung immer ist, alles grenzenlos ist und indem es keine Trennung gibt. Wir sprechen davon, wenn einer eine Grippe hat und andere in seiner Umgebung erkranken auch, von einer Ansteckung. Oder wir sagen, der ist ja ganz wie die Mama und sprechen dann von der genetischen Vererbung. Oder es passiert, dass wir schwanger sind und dann nur noch Frauen mit dicken Bäuchen sehen usw. Was ich damit sagen will, es schwappt eine Welle über und nimmt den einen oder anderen mit und damit hebt sich auch schon Raum und Zeit auf. Ich denke, als Erwachter passiert einem so etwas ständig, so empfand ich wie mein Freund. Wir versuchen uns da immer in Erklärungen, was eigentlich nicht wirklich was bringt, auch mir nicht in diesem Augenblick, es ist nur das, was ich gerade sehe, was sich mir zeigt, mir offenbart. Erwachen kann man nur, wenn man sich frei macht und sich nicht verschließt vor dem, was man nicht sehen will. Oft passiert das, wenn man an Dingen festhält wie z.B. an einer Beziehung oder einem Job. Schon das Bewusstsein, dass es so ist, hilft ein Stück weit. Alles ist vorhanden im großen Ganzen und ich brauche keine „Angst“ zu haben , dass nicht alles zu mir kommt, was ich brauche, ich vertraue einfach. So habe ich den Blick auf das Wesentliche und auf das, was zu tun ist. Wenn es mir nicht so ganz klar ist, dann bestelle ich beim Universum einen klare Sicht. Oft habe ich damit Erfolg, wenn es mir zulange dauert, nimm ich auch schon mal meine Tarotkarten als Hinweisgeber.

So ist für meinen Freund die Krankheit wegweisend, denn auch er hält an Dingen fest, die er längst loslassen könnte, wenn er sich traut. Das Universum hat ihn in der Mangel, rüttelt und schüttelt ihn und das nicht zum ersten Mal, letztes Jahr hatte er auch einen gleichgearteten Krankenhausaufhalt. Wer sich verschließt für das offensichtliche, wird immer tiefer in den Strudel gezogen, bis er erwacht und kapiert, Bescheid weiß.

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